Operation Epic Fury: Was im Iran-Krieg 2026 wirklich geschah

Operation Epic Fury, Tod von Ayatollah Khamenei, Strasse von Hormus blockiert, brüchige Waffenruhe seit April: Was wirklich geschah im Iran-Krieg 2026 — und was die offizielle Berichterstattung gerne überspringt.

Operation Epic Fury: Was im Iran-Krieg 2026 wirklich geschah

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Am 28. Februar 2026 begannen die USA und Israel unter dem Codenamen Operation Epic Fury eine grossangelegte Militäroperation gegen den Iran.
  • In der ersten Welle wurde der Oberste Führer Ali Khamenei getötet, ebenso mehrere Spitzenmilitärs und Minister.
  • Iran antwortete mit hunderten Raketen und Drohnen auf Israel und US-Stützpunkte in den Golfstaaten.
  • Seit dem 7. April 2026 gilt eine fragile Waffenruhe, die Verhandlungen in Pakistan kamen aber nicht voran.
  • Die Strasse von Hormus bleibt teilweise blockiert, die USA setzen eine Seeblockade iranischer Häfen durch.
  • Trump hat die Kampfhandlungen offiziell für beendet erklärt — Israel und die USA bereiten gleichzeitig neue Schläge vor, falls Verhandlungen scheitern.

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Am Samstag, dem 28. Februar 2026, begann das, was die US-Regierung später als 38-tägige Militäroperation feiern würde: Operation Epic Fury. Knapp 900 koordinierte Luftschläge der USA und Israels in den ersten zwölf Stunden, durchgeführt unter Berufung auf ein angeblich kurz vor dem Abschluss stehendes iranisches Atomwaffenprogramm. Was als chirurgischer Schlag gegen Raketenstellungen und Kommandozentren angekündigt wurde, weitete sich innerhalb von Tagen zu einem regionalen Krieg aus, der bis heute nicht wirklich beendet ist.

Der Eröffnungsschlag und seine Ziele

Die Operation traf den iranischen Machtapparat an seinem Kopf. Ali Khamenei, seit 1989 Oberster Führer der Islamischen Republik, kam in der ersten Angriffswelle ums Leben. Mit ihm starben Verteidigungsminister Asis Nassirsadeh, der Kommandeur der Revolutionsgarde Mohammad Pakpour, der Vorsitzende des Verteidigungsrats Ali Schamchani und Generalstabschef Abdolrahim Mousavi. Die Schweizer und internationale Öffentlichkeit erfuhr von einer in nur wenigen Stunden enthaupteten Staatsführung.

Als offizielle Ziele nannte das US-Regionalkommando CENTCOM die Zerstörung der iranischen Raketenarsenale und Produktionsanlagen, die Vernichtung der iranischen Marine, das Ausschalten der Unterstützung für regionale Stellvertretergruppen sowie die endgültige Verhinderung iranischer Atomwaffen. Donald Trump sprach in einer Ansprache von «major combat operations» und forderte die iranische Bevölkerung direkt zum Sturz ihres Regimes auf.

Israel begleitete die Aktion mit Schlägen gegen hunderte iranische Raketenabschussvorrichtungen im Westen des Landes. Aus TeheranTäbris und Isfahan wurden Explosionen gemeldet. Schulen und Universitäten wurden geschlossen, an Tankstellen bildeten sich lange Schlangen, viele Iraner versuchten an Bargeld und Devisen zu kommen.

Die iranische Antwort

Iran reagierte schnell und massiv. Eine ad hoc gebildete Übergangsführung übernahm die Geschäfte, der Aussenminister bezeichnete den Angriff als «vollständig unprovoziert und illegal». Ballistische Raketen und Drohnen flogen Richtung Israel und auf US-Stützpunkte in den Golfstaaten — getroffen wurden unter anderem Camp Arifjan in Kuwait, die Luftwaffenbasis Al Udeid in Katar sowie eine Radarstation der Naval Support Activity in Bahrain. Das US-Konsulat in Dubai geriet durch eine iranische Drohne in Brand, Frankreich verlegte Rafale-Jets zum Schutz seiner Basen in den Vereinigten Arabischen Emiraten.

In Israel kam es zu Einschlägen vor allem im Norden, im Zentrum, im Raum Tel Aviv und bei der Hafenstadt Haifa. Iran schloss die Strasse von Hormus für die internationale Schifffahrt und setzte damit den globalen Energiemarkt unter Druck. Die Brent-Notierungen sprangen am 2. März um zehn Prozent, der Erdgas-Grosshandelspreis um 25 Prozent. Die Sorge vor einer breiteren Eskalation wuchs international, UNO-Generalsekretär António Guterres warnte im Sicherheitsrat ausdrücklich davor.

Die offizielle Begründung — und ihre Lücken

Die USA und Israel stützten ihre Rechtfertigung auf drei Säulen: Iran baue trotz des US-Angriffs auf die Nuklearanlagen im Sommer 2025 sein Atomprogramm wieder auf, die Reichweite iranischer Raketen bedrohe nicht nur Israel, sondern alle US-Stützpunkte in der Region, und Teheran finanziere und bewaffne mit der Hisbollah im Libanon, den Houthis im Jemen und Milizen im Irak und in Syrien ein Netzwerk dauerhafter Destabilisierung.

Übersehen wird in der dominanten Berichterstattung gerne, dass schon der Vorgängerangriff im Juni 2025 — die Operation Midnight Hammer — laut einem internen Bericht der US-Defense Intelligence Agency das iranische Atomprogramm nur um wenige Monate zurückgeworfen hatte. Iran soll grosse Teile seines angereicherten Urans rechtzeitig verlagert haben. Wer also vom Frühjahr 2026 zurückblickt, erkennt das Muster: Jede Eskalationsstufe wird damit begründet, dass die vorherige nicht ausgereicht habe.

Waffenruhe seit April — aber kein Friede

Seit dem 7. April 2026 schweigen die Waffen offiziell. Trump erklärte am vergangenen Freitag in einem Schreiben an den US-Kongress die «am 28. Februar 2026 begonnenen Feindseligkeiten» für beendet. Die Realität ist komplizierter. Eine erste Verhandlungsrunde in Pakistan unter Beteiligung von US-Vizepräsident JD Vance, Sondergesandtem Steve Witkoff und Trumps Schwiegersohn Jared Kushner endete ergebnislos. Eine zweite Runde am 22. April kam gar nicht erst zustande, weil Iran absagte.

Die Strasse von Hormus bleibt weitgehend blockiert. Die USA halten eine Seeblockade iranischer Häfen aufrecht. Iranische Kanonenboote beschossen Handelsschiffe, die Strasse für offen hielten. Mehrere Verhandlungsversuche kamen telefonisch zustande, ohne Durchbruch. Trump deutete an, dass es ohne Deal vielleicht ohnehin besser sei. Israel bereitet sich laut Berichten der Times of Israel auf einen möglichen Wiederbeginn der Kämpfe vor.

Wer den Verlauf nüchtern liest, erkennt eine Operation, die ihre offiziellen militärischen Ziele weitgehend erreicht hat — die iranische Marine ist zerstört, ein Grossteil der Raketenarsenale auch — die aber das Grundproblem nicht gelöst hat. Iran hat keine Atombombe gebaut, aber auch nichts unterschrieben, was es daran hindern würde. Die Region ist heute nicht stabiler als am 27. Februar 2026. Sie ist nur leerer.

Fazit

Operation Epic Fury war militärisch erfolgreich und politisch unentschieden. Wer 38 Tage Krieg, zehntausende Tote auf beiden Seiten und einen demolierten Nahen Osten hinterlässt, ohne einen tragfähigen Friedensvertrag in der Tasche zu haben, hat ein Problem, das sich nicht wegschiessen lässt. Was als Demonstration absoluter Stärke begann, droht zur Endlosbaustelle zu werden — mit allen Folgen für Energiepreise, Schifffahrt und Sicherheitslage, die auch die Schweiz spürt.